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Corona zu Besuch in Mexiko

Nun ist es also soweit, Corona besucht uns seit einer Weile auch in Mexiko, und seit gestern haben wir es auch in Puebla. Natürlich ist es ein VW-Mitarbeiter, der ihn mitgebracht hat. Und das, obwohl alle Dienstreisen von VW, Audi, Bosch und so weiter ausgesetzt wurden... Durch die sozialen Medien geht der Krankenschein des Mannes, der Corona im Gepäck hatte:

 

Ist das nicht seltsam? Da wird vom Gesundheitsamt ein Krankenschein ausgestellt, und den findet man dann mit allen vertraulichen Daten auf WhatsApp wieder. Immerhin ist ja der Name geschwärzt, aber mal ehrlich: Wie viele 47-jährige VW-Mitarbeiter männlichen Geschlechts gibt es mit italienischen Wurzeln, die in Argentinien geboren wurden???

 

Jedenfalls ist der arme Mann nach einem Besuch bei seiner Familie im Februar in Italien jetzt erkrankt, und ratet mal, wo seine Kinder zur Schule gehen? Richtig, ins Colegio Humboldt!

 

Heute gab's also eine Krisenkonferenz - die vorerst letzte Konferenz, denn alle Massenveranstaltungn, Elterngespräche, AGs, Konzerte, Lehrerkonferenzen usw. werden erst einmal nicht mehr stattfinden. In jedem Raum steht Desinfektionsmittel, die Schüler sollen zum häufigen Händewaschen angeregt werden und in den Klassenzimmern muss viel gelüftet werden, sowie die Tische und Stühle jeden Mittag desinfiziert werden.

 

Lehrer mit Vorerkrankungen der Lunge dürfen zu Hause bleiben, alle Kinder werden beim Betreten der Schule medizinisch untersucht, sprich es wird Fieber gemessen, und wer sein Kind lieber nicht zur Schule schicken möchte, dem entstehen auch keine Nachteile...

 

Nur zum Sprachdiplom morgen sollen alle erscheinen, wo ist denn da die Logik?

 

Dieser Elternbrief informiert nun heute alle Eltern über die Vorsorge-Maßnahmen, die nun ergriffen werden:

Liebe Humboldt-Gemeinschaft,

Da in Puebla der erste offizielle Fall von Coronavirus COVID-19 bestätigt wurde und mit dem Hintergrund die Sicherheit der gesamten Schulgemeinschaft zu gewährleisten, nimmt die Schule folgende Maßnahmen vor:

 

    Die Eltern sind die Ersten, welche die Kinder auf Symptome wie Atemwegsbeschwerden beobachten und im Verdachtsfall zu Hause lassen müssen, um eine mögliche Ansteckungsgefahr zu vermeiden. Des weiteren sollte der Hausarzt umgehend aufgesucht werden.

    Ab heute werden die AGen bis auf weiteres nicht stattfinden. Wir fordern sie auf, die Kinder unmittelbar nach Unterrichtsschluss abzuholen. Wir verstehen, dass das zu Komplikationen führen, bitten aber um ihr Verständnis.

    des Weiteren werden alle Konferenzen, Feste, Elternabende, Elterngespräche, Großveranstaltungen sowie Sportliche und Kulturelle Veranstaltungen bis auf weiteres ausgesetzt.

    An jedem Schuleingang werden die Schüler vom medizinischen Personal der Schule auf Krankheitssymptome hin überprüft. Sollte ein Schüler Krankheitssymptome zeigen, wird das medizinische Personal sofort die Eltern informieren, damit sie den Schüler umgehend abholen.

    Auf dem gesamten Schulgelände, also Büros und Klassenzimmer, wird Desinfektionsmittel (Gel, 70% Alkohol) zur Verfügung gestellt. Außerdem wird es Hygienehinweise geben, z.B. für das korrekte Händewaschen, in den Ellenbogen niesen etc.

    Nach Unterrichtsschluss werden die Klassenzimmer sorgfältig gelüftet. Die gesamte Einrichtung wie Tische, Stühle und weitere Oberflächen werden desinfiziert. Außerdem werden wir vorerst auf Wasserspender verzichten, wir bitten sie deshalb ihren Kindern ausreichend Wasser mit zu geben.

    Falls es Personen gibt, die Kontakt zu Verdachtsfällen des COVID-19 hatten oder ein Familienangehöriger in ein Risikogebiet des Corona-Virus verreist ist oder eine Reise in eines der Risikogebiete (die die mexikanische Gesundheitsbehörde vorgibt) plant, muss Kontakt zu dem Abteilungsleiter der Schule aufgenommen werden. Die betroffene Person ist verpflichtet mindestens 14 Tage nach Rückkehr oder letztem Kontakt zu Hause zu bleiben, auch wenn keine Symptome auftreten.

    Wir bitten sie darum, ihre institutionelle Mail zu checken und die zur Verfügung gestellten Informationen (mexikanische Gesundheitsbehörde und deutscher Regierung) auf unserer Homepage aufmerksam zu verfolgen.

Ich fühle mich hier jetzt ein bisschen komisch und allein gelassen mit meinen Sorgen - und mit den Sorgen der Kinder, die sehr feinfühlig auf die ganze Panik-Mache reagieren. Wir hoffen nun einmal, dass das Flugzeug, mit dem Markus am Sonntag wieder kommt, auch fliegen darf und dass sie Markus dann auch aus dem Flughafen rauslassen, ohne ihn gleich dort in Quarantäne zu stecken.

Wie das dann hier in Puebla wird, muss ich noch sehen. Morgen habe ich einen Termin beim Schulleiter, um ihn über die familiäre Situation zu informieren. Evtl. dürfen die Kinder und ich die nächsten zwei Wochen gar nicht in die Schule - wobei es Kollegen gibt, die vermuten, die Schule bereite sich nur langsam auf die totale Schließung vor. Wir warten mal ab.

Hier wird jedenfalls total süß für Kinder erklärt, wie das mit Corona eigentlich so ist:

 

 

 

 

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